Josef Imholz, besser bekannt als «Adler-Bebi», ist tot.
Mit seinem Sportgeschäft und dem «Echo vom Kinzig» wurde er weiterherum bekannt. Am 10. Mai 2006 ist Josef Imholz («Adler Bebi») ganz plötzlich gestorben.
23. Dezember 2005:
«Adler-Bebi» steht an der Sportler-Bar im von ihm gegründeten und mittlerweile von seinen Kindern geführten Sportgeschäft in Bürglen. Auch an seinem 80. Geburtstag bedient er seine Gäste in bekannter Manier, mit einem «Käffäli», einem Vermouth oder was grad gewünscht wird. Auch an diesem Festtag widmet er sich zuerst der Kundschaft. «Zwägg», geschäftig und äusserst interessiert. So wie er das noch immer fast täglich tut. «Adler-Bebi» bedient nicht nur die «grossen» Kunden. Nein. Jeder wird zu einem Drink eingeladen. «Wessä bisch dü?» muss er selten fragen. «Wart grad...» Und nach kurzem Mustern kann er sein Gegenüber «hei tüä»: «Natiirli, dü bisch doch ds ... einä, gäll?»
Flair für die Kundschaft
Wer neben dem Kauf einer Sportausrüstung das ungezwungene Plaudern suchte, der fühlte sich bei «Bebi» in Bürglen wohl. Genauso, wie er selber sich an der Bar wohl fühlte. «Diese Rolle gefällt mir», meinte er an jenem 23. Dezember 2005. «Ich habe das Flair für die Kundschaft, bin offen und kann auf die Leute eingehen. Das ist enorm wichtig.» Und diese Charaktereigenschaften waren wohl auch das geschäftliche Erfolgsrezept des Bürglers.
Aus Adler und Baby entstanden
«Adler-Bebi»: Diesen Namen hat er dem Gasthaus Adler, wo er aufgewachsen ist, und vor allem seiner Mutter zu verdanken. Knapp zweijährig war Josef Imholz, als er mit seinen Eltern nach Bürglen kam. Diese hatten einige Jahre in Amerika gelebt. «Come on, Baby», soll es dann jeweils durch die «Adler»-Stube getönt haben, wenn die Mutter nach ihrem Sohn rief. Zeit seines Lebens sollte er der «Adler-Bebi» bleiben. Manchmal frage er sich zwar schon, wer einmal seine Barkeeper-Rolle übernehme, meinte er an jenem 23. Dezember mit einem Schmunzeln. Und etwas nachdenklicher: «Es wird und muss eine Lösung geben.» Aber vorläufig sei er ja noch da. Was damals sicher neimand dachte: Nur gut vier Monate später ist «Adler-Bebi» nicht mehr.
Das renommierte Geschäft
Wie ein Lauffeuer hat sich die Nachricht von «Adler-Bebis» plötzlichem und unerwartetem Tod verbreitet. Fast jeder Urner hat ihn gekannt. Auch weiter über die Kantonsgrenzen hinaus war er eine bekannte Grösse. Das hatte vor allem zwei Gründe. Zum einen war dies sein Sportgeschäft in Bürglen. Aus dem kleinen Laden hat er ein renommiertes und schweiz bekanntes Sportgeschäft gemacht.
Der typische «Kinzig-Stil»
Und zum andern war da die Volksmusik. Bereits mit zwölf Jahren eignete sich «Bebi» bei Alois Dittli das Handorgelspiel an. Berühmtheit erlangte er dann mit seiner legendären Kapelle Echo vom Kinzig. Nächtelang spielte er zusammen mit seinen drei Begleitern an Kilbianlässen in wohl jeder Urner Gemeinde. Der «Kinzig»-Stil zog. Die Kapelle kam zu Fernsehauftritten, trat 1958 auf Einladung der Schweizerischen Verkehrszentrale in Hamburg auf, und über Jahre gab es fast kein Wunschkonzert bei Radio DRS, bei dem nicht ein Stück dieser Kapelle gewünscht wurde. Den typischen und eigenen «Kinzig»-Stil kann man noch heute auf über 60 Tonträgern hören. Der Stil wurde aber auch von jungen Formationen übernommen. Das garantiert, dass man diese Art auch weiterhin zu hören bekommen wird. Und die Rolle an der Bar? Wie sagte Josef Imholz noch an seinem 80. Geburtstag: «Es wird und muss eine Lösung geben.» Ja, aber fehlen wird er uns allen.
Den Angehörigen versichern wir unsere herzlichste Anteilnahme.
